Sollen Sie Ihre Kinder in der Bewerbung lieber verschweigen?

Soll ich meine Kinder in der Bewerbung angeben? Wenn ja, wie? Muss ich meine Kinder überhaupt in der Bewerbung erwähnen?

Vielleicht haben Sie sich diese Frage auch schon gestellt....

Ich höre diese Frage in meinen Bewerbungscoachings öfters und daher möchte ich mit Ihnen heute ein sensibles  Thema "besprechen": Ihre Kinder.

Für Sie sind Ihre Kinder gewiss das Wichtigste auf der Welt. Sie lieben Ihre Kinder und sind stolz auf sie.

Sie verschweigen?

Viele Mütter und Väter möchten über so etwas nicht einmal nachdenken. Ich jedoch, möchte Ihnen heute einmal eine andere Sicht auf die Kinder geben, und zwar diejenige der Personaler.

Kinder aus der Personalersicht

Damit Sie sich bestmöglich in die Perspektive von uns Personalern hineinversetzen und Ihre Bewerbung entsprechend gestalten können, wurde dieses Karriereportal für Sie entwickelt. Ich hoffe daher, dass Sie nun auch für dieses emotional schwierige Thema offen sind und mir ein Stück weit vertrauen....

Die Frage, um welche es heute geht, ist: Sollen Sie Ihre Kinder in der Bewerbung lieber verschweigen?

Dürfen Sie Ihre Kinder überhaupt verschweigen?

Viele Bewerber und Bewerberinnen würden nun mit einem klaren „Nein“ antworten. Unter anderem auch deshalb, weil sie gar nicht wissen, dass sie ihre Kinder überhaupt verschweigen dürfen.

Tatsächlich ist es aber so, dass der Arbeitgeber laut Gesetz nicht verlangen darf, dass Sie private Angaben zum Familienstand oder Ihren Kindern preisgeben. Rechtlich gesehen dürfen Sie also in einer Bewerbung Ihre Kinder verschweigen. Während die beruflichen Angaben nämlich lückenlos und wahrheitsgemäß sein müssen, sind private Informationen in der Bewerbung kein Muss.

Was spricht nun aber dafür, dass Sie Ihre Kinder verschweigen?

Kinder verschweigen? Das spricht dafür:

Hier kommt die Perspektive von uns Personalern ins Spiel: Bewirbt sich ein Elternteil  (insbesondere bei Müttern / Frauen) kommen häufig folgende Fragen auf:

  •  Wie alt sind die Kinder?
  •  Ist für ihre Betreuung gesorgt?
  •  Was, wenn das Kind krank ist?
  •  Wie flexibel sind Sie trotz Kinder?
  •  Wie häufig werden Sie aufgrund Ihrer Kinder bei der Arbeit fehlen?
  •  Möchten Sie vielleicht weitere Kinder und fallen dann in der Elternzeit aus?   

·       …

Was für Sie das Größte auf der Welt ist – Ihre Kinder – ist für uns Personaler leider manchmal ein echtes "Problem". Gerade bei Alleinerziehenden oder Eltern von jungen Kindern unter 12 Jahren zeigt die Erfahrung, dass diese häufiger aufgrund ihrer Kinder bei der Arbeit fehlen... Machen Sie allerdings keine Angaben zu Kindern, gehen Personalentscheider vor allem bei jungen Frauen zugleich davon aus, dass Sie einen zukünftigen Kinderwunsch haben könnten. Zwar darf dies offiziell kein Entscheidungsgrund sein, da diskriminierend, in der Praxis bedeutet dies für Sie aber gewiss auch keinen Vorteil bei der Bewerbung. Was sollten Sie also tun?

Kinder doch erwähnen – aber wie?

Gerade als Frau in einem Alter bis 40 Jahre sollten Sie Ihre Kinder daher eventuell doch in der Bewerbung erwähnen. Umso wichtiger ist dann aber das „wie“

  •  Erwähnen Sie bereits in den Unterlagen die Kinderbetreuung oder
  • Erwähnen Sie Ihre Kinder erst beim Bewerbungsgespräch und versichern Sie glaubhaft, dass für die Betreuung  der Kinder jederzeit gesorgt ist (Oma, Babysitter, Kita o.ä.) 

Ihre Kinder sind schon älter?

Gerade dann, wenn Ihre Kinder bereits älter als 12 Jahre und Sie in einer Partnerschaft leben oder verheiratet sind, ist die Angabe von Familienstand und Kindern in der Bewerbung kein Problem. Im Gegenteil: Viele Personaler werten das als gutes Zeichen, denn so stehen Sie für Stabilität, Verlässlichkeit und eine umgängliche Persönlichkeit. Häufig können Sie zudem nur durch die Angabe zu Ihren Kindern längere Auszeiten vom Beruf erklären, wenn Sie die Elternzeit in Anspruch genommen haben.

Erwähnen sollten Sie jedoch nicht mehr Ihre erwachsenen Kinder, zumal diese ja auch oft nicht mehr zu Hause wohnen. (Das ist ebenso  "old school", wie die Erwähnung der Eltern bei Berufseinsteigern😉) 

Also Kinder nun erwähnen, oder nicht?

Fazit:

Eine endgültige Antwort kann ich Ihnen auf diese Frage leider nicht geben. Sie sollten sich jedoch mit Ihrer Entscheidung "wohl fühlen". Meiner Meinung nach sollten Sie die Kinder nennen, wenn sich ansonsten unerklärliche Lücken im Lebenslauf ergeben würden oder wenn diese älter als 12 Jahre sind.

Bei jüngeren Kindern hingegen, ist die Entscheidung zum Verschweigen der Kinder häufig besser. (Sie bewerben sich ja als Sekretärin / Assistentin mit Fokus auf ihre beruflichen Skills und nicht in Ihrer Rolle als Mutter. Auch wenn Sie noch so gut Wunden verarzten und Tränen trocknen können, während Sie gleichzeitig einen Rührkuchen backen und Spielzeug aufräumen.😃)

Entscheiden Sie sich trotzdem dafür, Ihre Kinder zu erwähnen, sollten Sie dies im besten Fall erst im Bewerbungsgespräch tun. So haben Sie nämlich direkt die Möglichkeit Ihre Persönlichkeit zu zeigen sowie uns Personalern glaubhaft zu vermitteln, dass für die Kinderbetreuung gesorgt ist und die Kinder Ihre Anstellung nicht nachteilig beeinflussen werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen durch die Personaler-Perspektive auf Kinder in der Bewerbung ein wenig weiterhelfen und Sie wissen nun, ob Sie Ihre Kinder erwähnen sollten und wie.

Gerne stehe ich Ihnen auch jederzeit für eine individuelle Beratung zur Verfügung und freue mich, Sie persönlich kennenzulernen.

Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen an Sie (und Ihre sicherlich ganz großartigen) Kinder.😀


SÜDPOOL PERSONALKONZEPTE

Personalvermittlung und Beratung für Sekretariat und Assistenz in München